Lebendige Ortsmitte

„Leben findet innen stadt.“ 

Nein, lieber Besucher, wir haben keinen Rechtschreibfehler eingebaut – die neue Maßnahme, in die die Regierung von Oberbayern die Gemeinde Taufkirchen (Vils) aufgenommen hat, schreibt sich genau so!

Was steckt dahinter?

Es handelt sich um ein Förderprogramm, an dem sich private Gruppen oder Vereine an gemeinschaftlichen Aufwertungsaktivitäten innerhalb eines Ortes beteiligen. Hierzu wird ein „öffentlich-privater Projektfonds“ eingerichtet und mit einer Lenkungsgruppe ausgestattet, die über den Einsatz und die Verwendung der finanziellen Mittel entscheidet und darauf achtet, dass die angestoßenen Projekte korrekt in die Tat umgesetzt werden.

Wie schaut die finanzielle Beteiligung aus?

Die Gelder kommen zu 50 % von privat, zu 30 % vom Staat und zu 20 % von der Gemeinde.

Wer sitzt in der Lenkungsgruppe?

Nachdem sowohl der Gewerbeverein Taufkirchen Aktiv e. V. als auch der Heimat- und Verschönerungsverein für 2012 und 2013 eine Mitfinanzierung in Aussicht gestellt haben, entsenden beide Gruppen auch Vertreter in die Lenkungsgruppe, die sich am 2. Mai bereits zum dritten Mal trifft.

Seitens der Gemeinde gehören Bürgermeister Franz Hofstetter sowie die beiden Wirtschaftsreferenten aus dem Gemeinderat, Anton Schweiger und Otmar Zeilbeck der Lenkungsgruppe an.

Welche Themen werden angegangen?

Durch die erstellten Gutachten für Städtebau, Verkehr und Einzelhandel sowie durch die begleitende Bürgerbeteiligung in Form von Bürgerwerkstätten und Bürgerversammlungen sind sehr viele Vorschläge für eine positive Entwicklung der Ortsmitte eingebracht worden und so entstand eine ganz umfassende Maßnahmenliste, die Zug um Zug abgearbeitet werden soll. Unser Rathausmarkt, der nun schon seit Juli 2012 so erfolgreich läuft, gehörte genauso dazu wie die neuen Beschilderungen unserer Ortseingangsbereiche sowie das nutzerfreundliche statische Parkleitsystem innerorts, auf die Sie sich demnächst freuen dürfen.

Über ein bereits vollständig umgesetztes Projekt, die neue und farbenfrohe Beschilderung der 10 Wanderwege in und um Taufkirchen können Sie unter www.lebendige-ortsmitte.de/hvv-wanderwege  mehr lesen!

Weiterführende Informationen zu den Möglichkeiten dieses Fonds finden Sie unter www.lebenfindetinnenstadt.de.

 

BIERBLUMENTANZ findet idyllischen Platz hinter dem Taufkirchener Rathaus

Jetzt ist auch der übersichtliche Flyer mit allen Skulpturen im nordöstlichen Landkreis erhältlich - fragen Sie im Rathaus nach!

Der vom kanadischen Künstler Volker Steigemann mit Kettensäge und Schleifmaschine in rund 8 Arbeitstagen bearbeitete Stamm hat nun einen schönen Platz hinter dem Taufkirchener Rathaus gefunden, eingebettet in herrliches Grün, gesäumt von Wegen und Wasser.


Geboren 1958 in Seefeld, lernte Volker Steigemann an der Oberammergauer Schnitzschule bei Heinrich Glas. Anschließend studierte er drei Jahre an der Münchener Akademie der Bildenden Künste unter Professor Hans Ladner. 1980 wanderte Volker Steigemann nach Kanada aus, wo er 1986 die kanadische Staatsbürgerschaft annahm. Herr Steigemann nimmt regelmäßig an Einzel- und Gruppenausstellungen sowie an internationalen Holzbildhauersymposien teiln.
"Hinter dem Namen "SkulpTour" verbirgt sich eine Wanderroute durch den Landkreis Erding, auf dem der Radfahrer zeitgenössischer Kunst begegnen wird - egal welchen Ort er ansteuert.

 

"Unsere" Skulptur mit dem klangvollen Namen "Bierblumentanz" soll die bodenständige und lange geschichtliche Beziehung von Taufkirchen (Vils) zu seinen Volksfesten und zur eigenen Brauereitradition darstellen. Das Ganze versinnbildlicht Volker Steigemann durch die wie im Tanz bewegte Gerstenähre, die aus der Hopfenkrone herauswächst.

 

Wir empfehlen Ihnen zur weiteren Lektüre und zum besseren Verständnis nachfolgenden Artikel von Wolfgang Schmidt, Süddeutsche Zeitung:

Vor ungefähr zwei Jahren reifte in dem Oberdinger Holzbildhauer Wolfgang Fritz eine Vision, die jetzt den Namen "SkulpTour" trägt und die den unschätzbaren Vorteil hat, dass sie in die Tat umgesetzt werden kann. Hinter dem Titel verbirgt sich ein Radwanderweg durch den Landkreis Erding, auf dem der Radfahrer zeitgenössischer Kunst begegnen wird, egal welchen Ort auch immer er ansteuert. Dahinter steht der Gedanke eines sanften Tourismus auch außerhalb der Zentren wie der Herzogstadt mit ihrer Therme. Den Auftakt wird ein Holzbildhauersymposium bilden, das im Mai 2013 im Markt Wartenberg stattfindet und an dem neun ausgesuchte Künstler teilnehmen werden.

Weil das Projekt für alle 26 Gemeinden auf einmal nicht zu stemmen ist, wurde das Landkreisgebiet in drei Bereiche, sogenannte Cluster, unterteilt. Cluster Eins umfasst das Holzland, das mit den Gemeinden Berglern, Fraunberg, Hohenpolding, Inning am Holz, Kirchberg, Langenpreising, Steinkirchen, Taufkirchen (Vils) und Wartenberg die Vorreiterrolle übernimmt. Mit Taufkirchen, Fraunberg und Wartenberg schälten sich drei gleichwertige Bewerber heraus. Also musste die Moosinninger Bürgermeisterin Pamela Kruppa Glücksfee spielen, die in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins die Marktgemeinde aus dem Lostopf zog.

Das Motto des Holzbildhauersymposiums heißt "Mitten im Ort". Die neun Werke entstehen also nicht irgendwo draußen, wo es außer den Künstlern kaum jemand mitkriegt, sondern im konkreten Fall auf dem Wartenberger Marktplatz. Die Bevölkerung wird voll eingebunden sein, ebenso die Gäste, die mehrere Tage bleiben. Wolfgang Fritz schwärmte bei einem Pressegespräch von der "Szenerie, wenn mitten im Häusergeviert", drei bis vier Meter lange Baumstämme, ein jeder 50 bis 80 Zentimeter dick, Tag für Tag mehr zu einer Kunstskulptur werden.

Hans Wiesmaier, der Fraunberger Bürgermeister und Kreisvorsitzende des Gemeindetags, baut darauf, dass "Kunst auch Leute zusammenbringen kann". Überhaupt war er voll des Lobs, dass alle Gemeinden bei dem Projekt mitgezogen haben, sodass dessen Finanzierung gesichert ist. Pamela Kruppa sagte, als Fritz ihr das Vorhaben vor eineinhalb Jahren vorgestellt habe, habe sie es gleich als "hochspannend" empfunden. Sie sieht in ihm eine Vernetzung von Sport, Erholung, Kultur und Kunst. Wartenbergs Bürgermeister Manfred Ranft wiederum wird die Anlieger informieren müssen. Denn Holzbildhauerkunst ist mit Lärm verbunden. Am 9. Mai 2013, also an Christi Himmelfahrt, könnten den Wartenbergern am traditionell verkaufsoffenen Tag die Künstler vorgestellt werden - und am Pfingstmontag deren fertige Werke. Ranft weiß schon einen Platz, wo die Skulptur stehen könnte: am Radweg vor dem Skaterplatz.

Das Unternehmen "SkulpTour" hat zudem einen internationalen Anstrich. Die neun Künstler stammen mit Wolfgang Fritz selbst, dem Wartenberger Dirk Auf dem Hövel und dem Langenpreisinger Johannes Vollrath zu je einem Drittel aus dem Landkreis Erding sowie mit Josef Briechle, Egidius Knops und Eike Rothe aus der Bundesrepublik. Den internationalen Part übernehmen der gebürtige Niederländer Roger Löcherbach, der Schweizer Tobias Mattern sowie der Kanadier Volker Steigemann, der aus Vancouver den weitesten Anreiseweg hat. Wer für welche Gemeinde das jeweilige Kunstwerk fertigt, ist noch offen. Allerdings kann davon ausgegangen werden, dass Dirk Auf dem Hövel den Wartenberger Stamm zuschneidet.

Obwohl die Finanzierung des Projekts gesichert ist, werden noch Firmen oder auch Privatleute gesucht, die - wie schon die Sparkasse - als Sponsoren oder als Paten auftreten. Pro Skulptur könnte es einen bis drei Paten geben, die eine Mindesteinlage von 500 Euro leisten müssten. Geradezu ideal wäre es, wenn die Sponsoren noch aus dem gleichen Ort stammen. Gesucht werden auch noch die passenden Baumstämme: Buche darf es sein, auch Erle, Esche, Platane oder Rubinie."

 

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Nun hat die wunderschöne Skulptur einen guten Platz hinter dem Rathaus, entlang des Fußwegs zum Vilssteg, gefunden!
Die nachfolgenden drei Bilder zeigen den Künstler und die Skulptur - hier noch an der Stätte des Wirkens in Wartenberg.